Die Saison ist vorbei, das Wohnmobil steht. Was jetzt folgt, entscheidet darüber, in welchem Zustand Sie im Frühjahr wieder losfahren. Die teuersten Schäden, die wir in der Werkstatt sehen, entstehen nicht auf der Straße – sie entstehen im Winter auf dem Stellplatz. Geplatzte Leitungen, tiefentladene Batterien, Schimmel in den Polstern, Standplatten.
Das Gute daran: Fast alles davon ist mit ein bis zwei Stunden Arbeit vermeidbar. Diese Checkliste führt Sie durch alle Schritte.
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Entscheidend ist nicht das Datum, sondern der erste dauerhafte Nachtfrost. In der Oberlausitz kann das schon Ende Oktober so weit sein. Warten Sie nicht auf die erste Frostnacht im Wetterbericht. Ein einziger Frosteinbruch reicht, um eine nicht entleerte Wasserleitung zu sprengen.
Planen Sie das Einwintern lieber zwei Wochen zu früh ein als einen Tag zu spät.
Wichtig vorab: Wenn Sie im Winter noch fahren wollen, Wintercamping, Skiurlaub, ein verlängertes Wochenende, wintern Sie nicht komplett ein. Halbe Lösungen sind hier gefährlich: Eine teilentleerte Anlage ist schlechter als eine volle, weil Restwasser an den ungünstigsten Stellen stehen bleibt. Entscheiden Sie sich bewusst für eine der beiden Varianten.
1. Wasseranlage: der wichtigste Punkt
Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus. Eine gesprengte Leitung hinter der Verkleidung merken Sie oft erst im Frühjahr, dann, wenn das Wasser läuft.
- Frischwassertank vollständig entleeren, Ablassventil geöffnet lassen
- Abwassertank entleeren, ausspülen, Ventil geöffnet lassen
- Boiler entleeren. Ist ein Frostschutz- bzw. Sicherheitsventil verbaut (z. B. Truma FrostControl), öffnet dieses bei etwa 3 °C automatisch – verlassen Sie sich trotzdem nicht allein darauf, sondern lösen Sie es manuell aus und prüfen Sie, ob Wasser abläuft
- Alle Wasserhähne in Mittelstellung öffnen, damit warm- und kaltseitig Restwasser ablaufen kann
- Wasserpumpe kurz leerlaufen lassen, Filter entnehmen
- Duschschlauch tief hängen lassen, damit er leerläuft
- Siphons und Geruchsverschlüsse leeren (hier bleibt am häufigsten Wasser stehen)
- Toilette: Spülwassertank entleeren, Kassette entleeren und reinigen, Dichtschieber mit geeignetem Pflegemittel behandeln und geöffnet lassen
Ein Hinweis, der oft falsch verstanden wird: Frostschutzmittel aus dem Kfz-Bereich haben in der Trinkwasseranlage nichts zu suchen. Wenn überhaupt, kommen nur ausdrücklich für Trinkwasser zugelassene Mittel infrage. Der sicherste Weg bleibt: konsequent entleeren.
2. Gasanlage
- Flaschenventile schließen
- Gasflaschen prüfen: Sollen sie im Fahrzeug bleiben, gehören sie in den dafür vorgesehenen Gaskasten. Eine Lagerung in Kellern oder Innenräumen ist nicht zulässig
- Druckregler und Schläuche auf Alter und Risse kontrollieren – Regler werden in der Regel nach zehn Jahren getauscht
- Steht die Gasprüfung an, ist die Winterpause der ideale Termin. Wir führen die Gasprüfung und Installationsarbeiten an der Gasanlage direkt bei uns in der Werkstatt durch
3. Batterien
Die Aufbaubatterie ist der zweithäufigste Winterschaden nach der Wasseranlage. Eine tiefentladene Blei-Batterie nimmt dauerhaft Schaden und das passiert leise.
- Aufbau- und Starterbatterie vollständig laden
- Alle Verbraucher abschalten, Hauptschalter aus. Denken Sie an dauerhafte Kleinverbraucher wie Alarmanlage oder Gaswarner
- Mit Landstrom am Stellplatz: Batterien können im Fahrzeug bleiben, Ladegerät auf Erhaltungsladung
- Ohne Landstrom: Batterien ausbauen, frostfrei lagern und alle vier bis acht Wochen nachladen
- Lithium-Batterien (LiFePO4) haben abweichende Anforderungen. Sie dürfen unter 0 °C in der Regel nicht geladen werden und werden oft nicht bei 100 % eingelagert. Halten Sie sich hier an die Angaben Ihres Herstellers, pauschale Regeln führen in die Irre
- Bei Solaranlage: Der Regler lädt weiter, solange Licht auf das Modul fällt. Unter einer Abdeckplane passiert das nicht
4. Motor, Chassis und Reifen
- Tank möglichst voll füllen, das reduziert Kondenswasser
- Kühlerfrostschutz und Scheibenwaschanlage auf Frostsicherheit prüfen
- Ölstand kontrollieren
- Handbremse nicht anziehen. Über Monate können die Beläge festrosten. Sichern Sie stattdessen mit Unterlegkeilen und legen Sie einen Gang ein
- Reifendruck um etwa 0,5 bar erhöhen, das reduziert Standplatten. Noch besser: das Fahrzeug alle paar Wochen ein Stück bewegen
- Reifen vor direkter Sonneneinstrahlung schützen
Zu AdBlue: Der Zusatz gefriert ab etwa −11 °C. Die Behälter sind darauf ausgelegt, ein Schaden entsteht dadurch in der Regel nicht.
5. Innenraum: gegen Feuchtigkeit und Schimmel
Ein geschlossenes Fahrzeug ist eine Feuchtekammer. Ziel ist Luftzirkulation.
- Kühlschrank leeren, reinigen, Tür auf Lüftungsstellung arretieren
- Alle Schränke, Klappen und Staufächer geöffnet lassen
- Polster aufstellen oder abnehmen, Matratzen aufkanten – unter der Matratze entsteht sonst Kondenswasser
- Textilien, Bettwäsche und Handtücher komplett ausräumen
- Sämtliche Lebensmittel entfernen, auch Vorräte in Dosen und Gewürze. Offene Lebensmittel ziehen Nager an
- Luftentfeuchter mit Granulat aufstellen und regelmäßig kontrollieren
- Zwangsbelüftung niemals abkleben. Das ist ein häufiger und folgenschwerer Fehler
6. Außenhaut und Dichtungen
- Fahrzeug gründlich waschen und vollständig trocknen lassen. Straßenschmutz und Salz greifen Dichtungen und Lack über Monate an
- Dach reinigen, Laub und Moos entfernen, Wasserabläufe freimachen
- Gummidichtungen an Türen, Fenstern und Serviceklappen mit geeignetem Pflegemittel behandeln, damit sie nicht spröde werden oder festfrieren
- Markise ausfahren, vollständig trocknen lassen, erst dann einrollen. Feucht eingerollt entstehen Stockflecken, die nicht mehr weggehen
- Fahrradträger und Zubehör abnehmen
Die Winterpause ist außerdem der beste Zeitpunkt für die Dichtigkeitsprüfung. Viele Hersteller koppeln ihre Dichtheitsgarantie an eine regelmäßige Prüfung – prüfen Sie Ihre Garantiebedingungen, bevor die Frist verstreicht. Die Dichtigkeitsprüfung gehört zu unseren Werkstattleistungen; entdeckte Undichtigkeiten können wir direkt im Anschluss beheben.
7. Der richtige Standort
- Halle oder überdachter Stellplatz: die beste Lösung, insbesondere gegen UV-Strahlung, Hagel und Feuchtigkeit
- Freistehend: fester, ebener Untergrund, möglichst nicht unter Bäumen (Harz, Laub, Astbruch, Vogelkot)
- Abdeckung: nur atmungsaktive Schutzhüllen verwenden. Eine dichte PE-Plane hält Feuchtigkeit fest und richtet mehr Schaden an als gar keine Abdeckung
8. Papiere und Versicherung
- Saisonkennzeichen oder Abmeldung prüfen – das spart Steuer und Versicherungsbeitrag
- Bei abgemeldetem Fahrzeug greift in der Regel eine sogenannte Ruheversicherung. Deren Umfang und Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Anbieter deutlich, insbesondere bei Diebstahl und bei Abstellung außerhalb eines umfriedeten Grundstücks
- HU-Termin notieren, falls er in die Standzeit fällt
Wir sind keine Versicherungs- oder Rechtsberater: Klären Sie den konkreten Schutzumfang bitte direkt mit Ihrem Versicherer.
Die vier häufigsten Fehler
- Zu spät eingewintert. Eine Frostnacht reicht.
- Boiler vergessen. Der Frischwassertank wird entleert, der Boiler nicht.
- Alles dicht verschlossen. Geschlossene Schränke, liegende Matratzen, abgeklebte Lüftung – im Frühjahr riecht es muffig.
- Batterie „wird schon halten“. Nach fünf Monaten ohne Ladung ist sie in der Regel hin.
Nutzen Sie die Standzeit für die Werkstatt
Die Winterpause ist die einzige Zeit im Jahr, in der Ihr Fahrzeug ohnehin steht. Genau deshalb ist sie der richtige Moment für alles, was Sie in der Saison nur Reisezeit kostet:
- Wintercheck – wir gehen die Anlagen Ihres Fahrzeugs durch, bevor es in die Standzeit geht
- Dichtigkeitsprüfung – rechtzeitig vor Ablauf Ihrer Garantiefrist
- Gasprüfung – direkt bei uns im Haus
- Hauptuntersuchung und Abgasuntersuchung – HU und AU führen wir vor Ort durch. Fällt Ihr HU-Termin in den Winter, sparen Sie sich damit im Frühjahr einen kompletten Zusatztermin
- Wartung und Servicechecks sowie anstehende Reparaturen
Auch das passende Zubehör für die Winterpause – Luftentfeuchter, Dichtungspflege, Schutzhüllen – bekommen Sie bei uns; auf Wunsch inklusive fachgerechter Montage.
Herbst- und Wintertermine sind erfahrungsgemäß gefragt. Melden Sie sich am besten mit etwas Vorlauf, dann finden wir gemeinsam einen passenden Termin.
Termin anfragen:
Telefon 03586 76 58 00 · info@caravan-zinke.de
Adam-Ries-Straße 40, 02730 Ebersbach-Neugersdorf
Mo–Fr 8:00–12:30 und 13:30–18:00 Uhr · Sa 9:00–12:00 Uhr



